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"Der Schatz am Rhein"

History Doku-soap, DVD, 25 min., mit "making off" insges. 55 min.*, August 2006
Eine Schülerproduktion des Georg-Friedrich-Kolbschulzentrums Speyer in Kooperation mit dem Historischen Museum Speyer und dem Bildungszentrum Bürgermedien Ludwigshafen.

In einer Art Pilotprojekt realisierten Speyerer Hauptschüler in Kooperation mit dem Historischen Museum einen Film, der eine römisch-germanische Episode aus dem 3. Jahrhundert erzählt. Germanische Plünderer raubten zur jener Zeit Metallschätze, die vor einiger Zeit im Rhein geborgen und nun als "Der Barbarenschatz" im Historischen Museum ausgestellt werden. Im Film wird der Alltag eines römischen Marktes dargestellt, dessen ruhiges Dahingleiten durch den Überfall germanischer Horden ein abruptes Ende findet. Ein Schülerprojekt ganz im Stil des "Living-History" TV-Formats wie "Schwarzwaldhaus" oder "1900".

In dem auf mehrere Monate angelegten Vorhaben, mitinitiiert und begleitet vom Bildungszentrum Bürgermedien, bereiten sich die Schüler des G. F. Kolb-Schulzentrums in vielfältiger Weise auf die Realisierung der eigenen Dokusoap vor. Über 50 SchülerInnen aus drei Klassenstufen sind beteiligt. Unter Anleitung der Medienpädagogin Gisela Witt entwickeln sie in Arbeitsgruppen das Drehbuch und casten unter den Mitschülern die Darsteller für den Schuster, den Gemüsehändler, den Korbmacher oder Sklaven.

Sechtklässler, für die Requisite zuständig, lassen sich im Museum zeigen, wie zum Beispiel eine römische Sabdale aussah - um sie dann für den Film selbst nachzufertigen. Ebenso wie all die anderen Kleidungsutensilien der damaligen Zeit. Schüler aus der achten Klasse stellen komplett die Drehteams und trainieren den Umgang mit dem Medienmobil, mit dem die Scenen dann live mitgeschnitten werden. Die aus der Neunten entwickeln die Charaktere der Hauptfiguren und spielen sie auch selbst.

Mit zur Vorbereitung gehört auch eine selbstinszenierte Talkshow im OK Ludwigshafen zu dem eigenen Verhältnis von Reality Shows am Beispiel von Big Brother. In den auf der DVD enthaltenen Ausschnitten offenbaren die SchülerInnen ein erstaunlich kritisches Verhältnis zu diesem Boulevardformat.

Durch den Einsatz der bei den Schülern beliebten und akzeptierten "neuen Medien" konnte mit dem Projekt die häufig vorhandene Abwehr vor dem "verstaubten Museum" durchbrochen werden. Parallel zur laufenden Barbarenschatzausstellung lernen sie im Museum spielerisch etwas über eine bedeutende Epoche der eigenen Heimat, während sie für "ihr" Projekt recherchieren. Und können sich so neu und bewusster zu ihrer Umgebung definieren.

Dass am Ende des so langfristig angelegten und vielschichtigen Projektes dann ein fertiger, selbstgeschnittener- und produzierter Film steht, der über die Ausstrahlung im offenen Kanal und Vorführungen im Museum auch öffentliche Aufmerksamkeit findet, erfüllt die SchülerInnen mit großem Selbstbewußtsein. "Es hat Spaß gemacht, obwohl es auch stressig war" und "es war eine ganz neue Erfahrung", äußern sie in Interviews nach Abschluß der Produktion.

Mit diesem Medienprojekt gelang somit etwas, was leider noch viel zu selten passiert: eine kreative Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Museum als außerschulischem Lernort mit einem greifbaren Ergebnis - Geschichte zum Anfassen im doppelten Sinne. Für die Schüler war das offenkundig ein weiterführendes Erfolgserlebnis.

* Die DVD enthält außer dem Film einen Zusammenschnitt der OK-Diskussion zu Big Brother sowie des Castings, den Trailer, eine Projektvorstellung und eine Fotogalerie.